HANDWERK

Worringers Idealvorstellung von Kunst wächst in der Beschäftigung mit Beschaffenheit von Material, Farben, Malgründen, Papier, Pappen der Modelle, Oberflächen seiner Sujets, Beschaffenheit von Licht und Glanz, von Ideen sowie Gedanken. In dieser Auseinandersetzung hat Worringer sich Kenntnisse angeeignet, die ihn im Sinne Richard Sennetts frei von kapitalgetriebenen und technologischen Prozessen machen. Deshalb widmet Worringer sich dem, immer wieder totgesagten, Medium der Malerei und greift den kontinuierlichen Faden einer Geschichte von Erfahrungen in dieser auf. Er sucht aber nicht die Perfektion des Handwerks als Selbstzweck, sondern nutzt das Handwerk als seinen künstlerischen Ausdruck. Der Prozess der Herstellung ist für Worringer gleichzeitig eine Haltung, die ein Bewusstsein für Materialien, Ressourcen, Fähigkeiten und den Faktor Zeit widerspiegelt. Denn wie Menschen arbeiten, formen sie auch Gesellschaft. Hannah Arendt brachte diese Haltung mit dem Begriff der Natalität zum Ausdruck. Worringers künstlerisches Schaffen als Arbeiter, Hersteller und Handelnder entspricht seiner Existenz als Mensch in seiner Generation.